Presseinfo

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Wichtiger Baustein der Energiewende

Meldung vom 09.12.2016

Ab 2017 werden die Stromzähler ausgetauscht

Es heißt, Abschied nehmen von einem Gerät, das in den Haushalten ein bescheidenes Dasein fristet, aber Generationen von Menschen in deren Alltag begleitet: Der schwarz lackierte Stromzähler. Grund ist das am 2. September in Kraft getretene Bundesgesetz zur „Digitalisierung der Energiewende“. Von 2017 bis 2032 sollen die herkömmlichen Stromzähler durch moderne Messeinrichtungen bzw. intelligente Messsysteme ausgetauscht werden. Dafür ist in der hiesigen Region die ovag Netz AG als grundzuständiger Messstellenbetreiber zuständig. Diese Rolle des grundzuständigen Messstellenbetreibers hat der Gesetzgeber neu eingeführt. Die ovag Netz AG als Verteilnetzbetreiber hat automatisch per Gesetz diese Rolle übernommen.

Der Wechsel hängt zusammen mit den Veränderungen, die die Energiewende mit sich bringt: Früher gab es wenige große Kraftwerke, die Strom in planbarer Menge ins Stromnetz einspeisten. Heute dagegen gibt es Wind- oder Solarparks, die ständig unterschiedliche Mengen an Strom liefern - immer abhängig vom Wetter. Das verursacht Schwankungen im Stromnetz, auf die die Stromnetzbetreiber reagieren müssen. Zur Steuerung des Stromnetzes ist es wichtig, dass die Daten zum aktuellen Stromverbrauch vorliegen. Nur so kann der Stromnetzbetreiber auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren und das Stromnetz stabil halten. Dabei sollen die intelligenten Messsysteme helfen.

Moderne Messeinrichtungen unterscheiden sich vom alten Zähler dadurch, dass sie digital arbeiten und den Zählerstand viertelstundengenau für zwei Jahre im Gerät speichern. Mit der Erweiterung durch ein sogenanntes „Gateway“, eine digitale Übergabestelle, wird es dann zum intelligenten Messsystem. „Das ist in der Lage, Daten direkt zu übermitteln – zum Beispiel an den jeweiligen Stromnetzbetreiber. Datenmissbrauch muss man dabei jedoch nicht befürchten, da strenge Datenschutz-Richtlinien des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eingehalten werden müssen“, erläutert David Kotulla, Projektleiter bei der ovag Netz AG. In welchen Fällen eine moderne Messeinrichtung mittels Gateway zu einem intelligenten Messsystem aufgerüstet werden muss, ist im Gesetz genau festgelegt.

Insgesamt muss die ovag Netz AG über 230.000 Zähler austauschen. „Los geht es bereits im Laufe des Jahres 2017, sobald die zertifizierten Geräte zur Verfügung stehen“, blickt David Kotulla voraus. „Wegen der großen Anzahl werden wir den für den Umbau gesetzlich zur Verfügung stehenden Zeitraum bis 2032 benötigen, bis auch der letzte Zähler gewechselt ist“, erläutert Dr. Karen Heppe vom Projektteam.

Betroffen vom Austausch sind übrigens nicht nur die alten, herkömmlichen Ferrariszähler, sondern auch die bereits eingebauten digitalen Zähler. Diese mögen zwar modern aussehen, erfüllen aber nicht die gesetzlichen Anforderungen und Voraussetzungen für die moderne Messeinrichtung.

Ab einer bestimmten Höhe des Stromverbrauchs bzw. der Stromerzeugung muss die moderne Messeinrichtung durch ein Gateway ergänzt werden. Von der Datenübermittlung des intelligenten Messsystems profitiert nicht nur der Stromnetzbetreiber, der so das Stromnetz sicher und stabil halten kann. Auch der Stromkunde hat in der Zukunft Vorteile. „Wir gehen davon aus, dass diese intelligenten Messsysteme mit sogenannten Smart-Home-Lösungen kombinierbar sein werden. Dadurch kann der Stromkunde seinen Stromverbrauch optimieren “, erklärt Karen Heppe. „Wir rechnen auch damit, dass es in Zukunft neue, maßgeschneiderte Tarife geben wird, die genau auf den Verbrauch der jeweiligen Kunden zugeschnitten sind“, berichtet David Kotulla.

Der Verbraucher wird mindestens drei Monate vorab schriftlich von der ovag Netz AG informiert, um einen Termin zu vereinbaren. Im Normalfall dauert der Austausch maximal eine halbe Stunde. Die Gebühr für den Zähler ist nach Verbrauch gestaffelt, bleibt im Normalfall nahezu unverändert und ist wie gehabt als Bestandteil in der Stromrechnung erhalten.

Weitere Informationen im Internet unter www.ovag-netz.de/digitalisierung.










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